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Hausrenovierung mit Fernsehteam: Wie gewonnen, so zerronnen!

Renovierung - Copyright Sylvia Horst(ho) Sogenannte „Realityshows“ mit Samaritercharakter stehen derzeit hoch im Kurs - warum auch immer. So hat es sich ein Sendeformat zur Aufgabe gemacht, desolate Häuser verarmter sowie vom Schicksal gebeutelter Eigentümer zu renovieren und damit in eine Traumkulisse umzuwandeln. Im Gegenzug müssen sich die Eigentümer verpflichten, alles zu unternehmen, um den Produktionserfolg der Sendung zu ermöglichen. Dazu gehört die ständige Präsenz am Drehort, das Einverständnis damit sich interviewen und filmen zu lassen, sowie vor allem die Übertragung sämtlicher Urheber-, Nutzungs-, Leistungs-, Bildnis-, Namens- und sonstiger persönlicher Rechte auf die Produktionsfirma. Dann heißt es „Deal“ und die Filmleute rücken mit den Handwerkern an. Das Ergebnis: Ein zumindest kosmetisch saniertes Haus und darüber zu Tränen gerührte Bewohner.

Wenn da doch nur nicht das Finanzamt wäre! Denn dort sieht man den Vorteil der Hausrenovierung als einkommensteuerpflichtig an. Das wurde im Grunde so auch vom Finanzgericht (FG) Köln bestätigt (Beschluss vom 28.2.2019 - 1 V 2304/18, IMR 2019, 347).

Also: Der erlangte geldwerte Vorteil ist zu versteuern!
Denn das beschriebene Geschäftsmodell zeige ein erwerbswirtschaftliches Verhalten (§ 2 EStG). Der Hauseigentümer nehme die Renovierungsleistung als Gegenleistung dafür an, dass er sich den skizzierten Pflichten gegenüber der Produktionsfirma vertraglich unterwerfe. Schon dies zeige einen wirtschaftlichen Zusammenhang zwischen Leistung und Gegenleistung. Der Leistungserfolg stelle sich als Entgelt dar und solle dem „sanierten“ Hauseigentümer auch dauerhaft zugutekommen. Insgesamt handele es sich deshalb um einkommensteuerlich bedeutsame „sonstige Einkünfte“ (§ 22 Nr. 3 EStG). Mit diesem Ansatz sei der erlangte wirtschaftliche Vorteil abzugrenzen von Gewinnen aus Wetten, Lotterien und anderen Glücksspielen (Gewinne nicht als sonstige Einkünfte steuerpflichtig).

Wir lernen:
Steuerliche Konsequenzen auch verlockender Angebote und Problemlösungen sollten immer bedacht und geprüft werden.
Denn in aller Regel bekommt man im Leben zumindest im Ergebnis eben nichts geschenkt.

© Dr. Hans Reinold Horst

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